Zwischen den Zeilen

Was Briefe erzählen

Wenn wir Briefe aufheben und in Schuhkartons sammeln dann meist aus dem Grund, dass diese handgeschriebenen Zettel der Beweis unserer Jugend und Vergangenheit zu sein scheinen. Die ersten Liebesbriefe, die Genesungskarten ins Krankenhaus, die Briefe der besorgten Eltern während des Schulaustauschs, sie alle dokumentieren unser Leben meist treffender als jede Fotografie. Doch wenn wir die Briefe dann nach Jahren lesen fühlen wir uns zugleich vertraut und fremd mit der Person die wir einmal waren.

Zwischen den Zeilen spielt mit diesem Widerspruch und lässt eine szenische Lesung wachsen. Mitgebrachte, persönliche Briefe werden Teil einer improvisierten Geschichtencollage, sie lassen Personen und Beziehungen entstehen, fügen Schicksalsschläge zu, lassen hoffen, finden und verlieren. Die Briefe sind Start- und Wendepunkte für die Lebensgeschichten der Figuren deren Leben sich im Ende zu einem Ganzen verwebt. Um den Theaterabend möglichst facettenreich zu gestalten werden die Zuschauer gebeten, lustige, tragische, liebevolle, hasserfüllte, wichtige und nebensächliche Briefe aus ihrem Schuhkarton mitzubringen. Die Anonymität wird gewahrt.

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